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Stefan Büttcher, Tech Lead/Manager,
Google Inc. - USA


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Nach einem Studium der Informatik an der Uni Erlangen, mit Schwerpunkten Mathematik und Programmiersysteme, ging Stefan Buettcher für drei Jahre nach Kanada, an die University of Waterloo, wo er mit einer Dissertation im Bereich Information Retrieval (Suchsysteme) promovierte. Inzwischen arbeitet er bei Google im Silicon Valley und hilft mit, Googles Suchmaschine weiter zu verbessern.

Warum haben Sie sich für ein Studium der Informatik entschieden?

Meine Interessen waren schon in der Schule hauptsächlich im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Nach dem Abitur war ich mir zunächst nicht sicher, ob ich Informatik, Mathematik oder Physik studieren sollte. Am Ende habe ich mich für Informatik entschieden, unter anderem weil das Informatikstudium in Erlangen es den Studenten erlaubt, aus einer breiten Palette an Studienfächern ein Nebenfach auszuwählen und so den eigenen Wissenshorizont auch ausserhalb der Informatik zu erweitern.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem aktuellen Job?

Erstens: dass ich bei Google weitgehend eingenständig arbeiten kann. Das ist bei jungen Technologie-Unternehmen mit flachen Hierarchien häufig der Fall. Bei Google schaut das so aus, dass wir uns am Anfang jedes Quartals im Team zusammensetzen und uns überlegen, woran wir in den folgenden Monaten arbeiten wollen. Meistens hat jeder schon relativ konkrete Ideen, wie wir die Qualität unserer Suchergebnisse verbessern können, und die setzen wir dann, entweder allein oder in kleinen Gruppen, über die nächsten Monate hinweg um.

Noch wichtiger aber sind wohl die Auswirkungen meiner Arbeit auf Menschen weltweit. Jeden Tag benutzen Millionen von Menschen rund um den Globus Googles Suchmaschine, um im Internet Informationen zu finden. Selbst eine relativ kleine Änderung an unserem Algorithmus, die weniger als 1% unserer Suchergebnisse verbessert, hilft jeden Tag tausenden von Menschen, einfacher an die Informationen zu gelangen, nach denen sie suchen.

Wie beurteilen Sie die Jobaussichten im Bereich Informatik und die Konkurrenz durch günstige Arbeitskräfte aus dem Ausland?

Gelegentlich höre ich Menschen behaupten, als Informatiker in Deutschland habe man keine großen Zukunftsperspektiven. Inder könnten das alles genauso gut wie wir, oder besser, und würden zudem für einen Bruchteil eines deutschen Gehalts arbeiten. Solche Behauptungen sind glücklicherweise völlig falsch. Informatiker werden überall gebraucht. Jedes Unternehmen ab einer bestimmten Größe, selbst wenn es nicht im Technologiebereich tätig ist, braucht Informatiker zur Verwaltung der eigenen IT-Infrastruktur, und es braucht sie vor Ort - nicht in Indien. Außerdem funktioniert Globalisierung immer in beide Richtungen. Es stimmt zwar, dass einige Unternehmen ihre Jobs nach Indien oder Osteuropa verlagern, weil dort zu günstigeren Konditionen gearbeitet wird, andererseits sind die wirklich guten Arbeitskräfte in solchen Ländern - gerade im Technologiebereich - häufig nicht bereit, zu diesen Konditionen zu arbeiten. Statt dessen kommen sie nach Westeuropa oder in die USA, wo sie deutlich besser verdienen als in ihrem Heimatland.